Montag, 28. Dezember 2015

28.12.2015 - Phu My / Ho-Chi-Minh-Stadt


Heute hatten wir unseren Ausflug nach Ho Chi Minh Stadt – dem ehemaligen Saigon… eigentlich hatten wir gebucht „geschichtsträchtiges Ho Chi Minh“… nachdem wir bei der Landausflugsabteilung waren und sie uns empfohlen hatte lieber „Ho Chi Minh auf eigene Faust“ zu buchen, haben wir umgebucht… das haben wir allerdings schnell bereut…

 

Wenn man sich in einem Land – um nicht zu sagen: auf einem Kontinent – so gar nicht auskennt, dann sollte man sich vielleicht auch einfach durch die Gegend führen lassen. Wir werden uns in aller Ruhe nochmal ansehen, was wir gebucht haben für die anderen Tage und werden das ggf. nochmal ändern…

 

Noch nie in unserem Leben haben wir so viele Roller auf einem Haufen gesehen… gefühlt waren es ne Millionen Rollerfahrer, die uns heute über den Weg gelaufen – äh, gefahren – sind… Ampeln? Wenn wir heute 5 davon gesehen haben, waren es wohl viele – aber auch das ist völlig egal, weil die scheinen nur Dekoration zu sein… das erste was wir begriffen haben war: geh einfach, auch über eine Hauptverkehrsstraße und bete zu Gott, dass alle mit fahrendem Untersatz bremsen oder um dich herum fahren… hat zum Glück heute hervorragend geklappt…

 

Das andere was wir gelernt haben: kein Wunder, dass man sich sonst oft darüber wundert, wie Asiaten so (fr)essen… also damit meinen wir jetzt nicht, den dauerhaft in Europa oder Amerika lebenden Asiaten, sondern den asiatischen Asiaten auf den man mal im Urlaub, auf einer Kreuzfahrt oder bei der CeBit trifft und man sich fragt „boah, könnt ihr nicht ordentlich essen“ – definitiv, wenn ich hier geboren wäre und hier essen gelernt hätte und egal in welchem Alter auf einem Stuhl sitzen würde, der kleiner ist als der meines 3jährigen Patenkindes und dazu einen genauso niedrigen Tisch hätte – ja dann hätte ich auch den Teller vor meiner Nase und würde der Einfachkeit halber das Essen auch einfach so reinschieben… Und wenn man das von je her gelernt hat, dann kann man wohl auch an einem normal hohen Tisch mit normal hohen Stühlen nicht von heute auf morgen anders essen – sondern man ist es so gewohnt… es hat also sehr dazu beigetragen, dass Swaantje und ich nun verstehen, warum viele Asiaten (für uns) so unmöglich essen…

 

Tja und was sollen wir zu Ho Chi Minh Stadt sagen? Sicherlich wird es einige nette Ecken geben – die sind uns aber verborgen geblieben, weil wir wie hilflose Touris durch die Gegend geirrt sind (so wie x Mitreisende auch, auf die wir an verschiedenen Stellen trafen)… der angekündigte Stadtplan war leider kein ordentlicher Stadtplan, sondern eine schlechte Kopie, die zur Orientierung null geeignet war… Das Starbucks Café haben wir – mit durchfragen – gefunden, so dass wir unsere Mug-Sammlung erweitern konnten… Wir sind auf einem vietnamesischen Markt gewesen, sehr gewöhnungsbedürftig dass die Tiere die zum Essen verkauft werden noch leben… und als wir in den Bereich mit Kleidung kamen, dachte ich, ich drehe durch… da wünschte man sich auf den Markt nach Istanbul, wo einem auf einmal die Verkäufer als angenehm und weniger aufdringlich vorkamen als hier in Vietnam – besonders stehe ich ja darauf angepackt zu werden… und genau am Ausgang gab es einen Stand, die das System verstanden hatten: lass die Touris in Ruhe und sie werden zu dir kommen um zu kaufen… Auf Anhieb fiel mir ein Kleid ins Auge – natürlich nicht in Zeltgröße – das ich toll fand… Swaantje war erst nicht so begeistert, ließ sich dann aber überzeugen, vor allem bei dem Preis… hm, nun kann ich wohl Silvester nicht mit meinem Kind feiern… sie mega aufgebrezelt und ich im langweiligen Hosenanzug, den ich auch schon Heiligabend an hatte…

Und während die Verkäuferin das Kleid in der passenden Farbe und Größe raussuchte, hüpfe Swaantje ein Hello Kitty Koffer ins Auge – das der (angeblich) brüllte „kauf mich – kauf mich – nimm mich mit nach Deutschland“ muss ich wohl nicht erwähnen… und weil man Geschwister nicht trennen soll, musste das passende Beautycase natürlich auch mit… wäre sonst ja ganz alleine in Vietnam zurück geblieben… das hätte Swaantje ja nicht übers Herz gebracht… *hüstel* …sie will den beiden ein schönes neues zuhause in Hannover geben und ist auch gerne bereit, ihnen Teile der Welt zu zeigen… nett, oder???

 
Also kurz gesagt: drei Stunden im Bus (1,5 hin – 1,5 zurück) für den Ausflug haben sich nicht wirklich gelohnt… bzw. wir hätten eine geführte Fahrt machen sollen, damit wir die vermutlich schönen Ecken gesehen hätten…

 
Wie stellten wir so schön fest: wieder ne Nadel in der Weltkarte bei den Orten, wo wir waren… allerdings kein Ort zu dem wir zurückkehren möchten…




















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